Infoturm - Flughafen Berlin Brandenburg International - Schönefeld, Germany

Konstruktions-Enddatum: 
Nov-2007
Land: 
Germany

Turm

Den zentral angeordneten tragenden Kern des 32 m hohen Aussichtsturms bildet im Inneren ein Stahlbeton-hohlschaft mit 3 m Kreisdurchmesser. Dieser ist in ein    8 x 8 m großes Einzelfundament eingespannt, für dessen Abmessung der Kippnachweis und die hier geforderte maximale Exzentrizität von b/3 maßgebend wurde. Es wurden Berechnungen für Grundbruch sowie Setzungen durchgeführt.


Der Stahlbetonschaft dient mit dem innen liegenden Aufzug und der außen umlaufenden Stahlwendeltreppe der Erschließung der beiden Aussichtsplattformen. Als Teil des Gesamttragwerks übernimmt er die Funktion des im Wesentlichen auf Druck und Biegung beanspruchten Pfostens, von dem die auf Zug beanspruchte Gebäudehülle über die Plattformringe abgehängt wird. Die Zugkräfte, insbesondere aus der Vorspannung der Membranfassade, mit denen die wind-induzierten Verformungen klein gehalten werden sollten, waren dabei so groß, dass mehrere Abstützungen über die Turmhöhe an den Stahlbetonschaft notwendig wurden. Bei der Bemessung war auch die Schwingungsanfälligkeit entsprechend der Vorgaben eines Windgutachtens zu berücksichtigen.

Die Fassade ist so um den Turm angeordnet, dass sich im Grundriss Dreiecke ergeben, die von einem Geschoss zum nächsten fortlaufend zueinander verdreht sind. In jeder Ebene laufen außen dreiseitig Stahlprofile entlang, an denen geschossweise die Fassadenfolie geklemmt und gespannt wird. Die Kantenlängen werden in den Ebenen von unten nach oben von ca. 11 bis ca. 16 m kontinuierlich länger, mit der eine „rockartige“ Aufweitung der Hülle erzielt wird.

Es sind insgesamt zehn Ebenen über dem Boden vorhanden, deren vertikaler Abstand ca. 3 m, beträgt.

Die obersten beiden der insgesamt zehn Ebenen dienen als Aussichtsplattformen. Sie  sind untereinander durch am Rand angeordnete Pfosten und Diagonalen in der gedachten Wandfläche der zueinander verdrehten Ebene verbunden. Über die an die Pfosten anschließenden Abstrebungen erfolgt die Ableitung der vertikalen und die Umlenkung der horizontalen Kräfte. Zur Stabilisierung der Fassadenunterkonstruktion in den einzelnen Ebenen werden die außen liegenden Profile, die im Grundriss die Kanten eines Dreiecks bilden, etwa in den Drittelspunkten hin zum Betonschaft abgestützt. Vereinzelt waren die horizontal liegenden Abstützungen räumlich auszuwechseln, um den Freiraum für die Treppen nicht zu behindern.

Der Boden der beiden oberen Aussichtsplattformen besteht aus Furnierschichtholzplatten, die auf einem Rost aus Stahlträgern liegen, der am oberen Ende des Schaftes über Stahlabstrebungen abgehängt ist.

Die äußere Hülle des Turmes wird durch eine Folien-Membran-Fassade gebildet, die von den oberen Plattformen abgehängt und über horizontale Stäbe auf Abstand zum Kern gehalten werden. Im Grundriss wird diese Membranhülle je Ebene von den im Dreieck angeordneten Stahlrahmen aufgespannt. Ihre jeweils um 6° gedrehte Anordnung bewirkt die so charakteristische „verdrillte“ äußere Form des Turmes.

 

Pavillon

Neben dem Turm wird zusätzlich ein eingeschossiger Pavillon als Besucherzentrum errichtet. Der Pavillon wird als Stahlbau über einer nicht-tragenden Bodenplatte mit in Streifenfundamente eingespannten Stahlstützen und darüber verlaufenden Haupt- und Nebenträgern errichtet. Das Dach wird durch eine Furnierschichtholz-Platte gebildet und ist nur zu Wartungszwecken betretbar. Die 1.8 t Gesamtgewicht des ebenfalls auf dem Dach des Besucherpavillons stehenden Klimagerätes werden von den Stahlträgern abgetragen.Die Aussteifung des Pavillons erfolgt über die Einspannung der Stahlstützen. Im Dach ist zur Kopplung der Nebenträger ein Aussteifungsverband angeordnet.

Baukosten: ca. 1.6 Mio €

Größe Infoturm: 2.720 m³ BRI, 343 m² BGF

 

Bilder & Schirmen